Die Spreu vom Weizen trennen – Wenn man nach den ersten paar Terminen merkt, dass der Coach doch nicht passt.

Dies ist nun der vierte und letzte Teil aus der Blog-Serie "Coachingprozess"


Spätestens jetzt nach ein bis zwei Terminen wirst du erkennen, ob dein Coach wirklich ein guter Coach ist oder nur ein selbst ernannter und ob dein Coach zu dir als Coachee passt.


Einen guten Coach erkennst du daran, dass er dir keine Lösungen aufdrückt, dir nichts vorgibt, dir keine ungefragten Ratschläge erteilt, sondern dich vielmehr ermutigt, deine eigenen Antworten zu finden.


Einen guten Coach erkennst du daran, dass er dir Zeit gibt und dein Tempo, deine Ressourcen akzeptiert und respektiert. Merke: es ist dein Coachingprozess! Du bestimmst das Tempo. Du bestimmst was, wann und in welcher Detailtiefe du erzählen möchtest!


Einen schlechten Coach erkennst du daran:

  • Es fehlt Struktur, sowohl in jeder einzelnen Sitzung als auch insgesamt im Coachingprozess
  • Es fehlt Verbindlichkeit und Wertschätzung
  • Stattdessen gibt es tonnenweise Checklisten über Do´s and dont´s, Hinweise nach denen nie gefragt wurde und hunderte ungewollte Ratschläge
  • dein Coach fragt dich aus und nutzt Suggestivfragen: "Was machst du beruflich? Bist du verheiratet? Wie alt bist du? Müsstest du nicht eigentlich bei dem Gehalt schuldenfrei sein? Bei dem Background müsstest du doch ....,oder?". Kurz: du fühlst dich wie im Verhör
  • Man will dich überreden, Fristen einzuhalten
  • Man manipuliert dich, Dinge auszuprobieren, vor denen du dich sträubst (aus gutem Grund)
  • Du stellst gewaltvolle Kommunikationsmethoden wie „ich an deiner Stelle würde ja… machen… / jetzt sei mal nicht so empfindlich … “ fest


Ein guter Coach ist ausgebildet, kann dir auf Nachfrage mehrere Kurse und Institute benennen, aus denen er seine Qualifikationen bezieht und hat keine Probleme aus seinem bisherigen Kundenstamm zu erzählen – anonymisiert, versteht sich.


Ein schlechter Coach nennt sich Coach, weil er der Meinung ist, reine Selbsterfahrung genüge, um anderen Menschen zu helfen. Vielleicht hat er sogar einen Wochenend-Crashkurs absolviert aber 8 oder 10 Stunden verteilt auf zwei Tage, ersetzen keine mehrmonatige Ausbildung mit Selbsterfahrungsanteil und Supervision.


Wenn du das feststellst, dich unwohl fühlst, beende das Coaching. Beende den Coachingprozess. Du musst dich weder erklären noch rechtfertigen. Je nach dem wie ihr zueinandersteht, kannst du auch ehrlich kommunizieren, dass es menschlich doch nicht so gut passt und fragen, ob man dir einen Coach-Kollegen empfehlen kann.


In der Regel sind Coaches untereinander gut vernetzt, kennen sich und ihre jeweiligen Arbeitsstile entweder aus der Ausbildung, den Selbsterfahrungsanteilen, der in den zertifizierten anerkannten Coachingausbildungen Pflicht ist oder von Arbeitgebern. Viele Coaches arbeiten bei Bildungsträgern als Jobcoaches oder Trainer.


Dein Coachingprozess ist wichtig – also ist es dein absolut gutes Recht, dich von dem Mensch begleiten zu lassen, bei dem du dich gesehen, gehört und sicher fühlst. Die Spreu vom Weizen trennen, den für dich passenden Coach finden, ist essentiell für dein Vorankommen.