Wie läuft der Coachingprozess ab? Heute Teil Eins

Coachingprozess – der Erstkontakt.
Viele denken, sie müssten im allerersten Kontakt – meist ein Telefonat - alles Wichtige erzählen und reden dann über schwierige Themen, weil sie nach dem Anlass des Coachingwunsches gefragt werden. Allerdings sind die Coachees danach auf sich allein gestellt und aufgewühlte Erinnerungen können vom Coach nicht aufgefangen werden. Das gilt übrigens auch für die erste probatorische Sitzung im Therapeut-Patient-Kontext.
Daher empfehle ich, an der Oberfläche zu bleiben. Überlege dir, worüber du konkret sprechen willst. Es empfiehlt sich, dir vorher Fragen oder Aussagen zurechtzulegen. Ein guter Coach oder Therapeut muss nicht alles wissen – du musst nichts erklären, damit er dich versteht. Wenn ein Coachee mit den Worten „also ich muss da etwas ausholen.. damit sie verstehen, was ich meine…“ einsteigt, dann geht das in der Regel schon viel zu tief. Dein Coach muss erst mal nicht alles wissen.
Im allerersten Gespräch geht es darum, sich gegenseitig kennenzulernen, abzuklopfen, ob die Chemie stimmt, ob man sich mag, ob man sich vorstellen kann, sich dem Gegenüber zu öffnen, so dass der Coachingprozess gelingen kann.
Der Coachee könnte viele Fragen stellen, zum Beispiel, was die Lieblingsmethoden des Coaches sind, ob schon mal ein Coachingprozess abgebrochen wurde, wie mit Randgruppen umgegangen wird, ob wichtige Menschen bei Bedarf auch mit in die Session kommen dürfen, mit welchen Themen der Coach bereits konfrontiert wurde, wie flexibel man bei der Termingestaltung ist etc.
Es geht allgemein ums BEIDERSEITIGE Kennenlernen. Auch wenn der (Leidens-)Druck mitunter groß ist, beschränkt man sich vorerst auf das Wesentliche: können wir beide (Coachee und Coach) überhaupt miteinander arbeiten?

